Jahreslosung 2017

Losung 2017

 

 

 

Gott spricht:
"Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ 

Ez 36, 26

 

Herzlich Willkommen

 

Ewald Förschler

Neues Jahr, neue Losung

Gedanken von Pfarrer Ewald Förschler
vorgetragen beim Mitarbeiterfest am 7. Januar 2017

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“. Das Gotteswort steht beim Propheten Hesekiel Kapitel 36 Vers 26. Ezechiel heißt „Gott möge kräftig machen“. Wenn wir auf seine Lebensgeschichte schauen, merken wir, wie sinnvoll dieser Name ist. Ezechiel war Priester. Er lebte zu der Zeit, als Jerusalem von den Babyloniern erobert und der Tempel, in dem Ezechiel arbeitete, dem Erdboden gleich gemacht wurde. Ezechiel war einer von den vielen, die in die Verbannung nach Babylon deportiert und dort von 593 – 571 gewirkt hat. Sicherlich hat er auch in die Klageworte eingestimmt, die in Psalm 137,1 überliefert sind: „An den Wasser von Babel saßen wir und weinten.“ Aber man kann seinen Dienst als Priester überall ausüben, nicht nur am Tempel, sondern auch unter den Deportierten, in Lagern, von Zäunen sicher von der übrigen Bevölkerung abgeschirmt. Was hatte Ezechiel seinen Landsleuten zu sagen? Man glaubt es kaum, aber er sprach von der Herrlichkeit Gottes. In Kapitel 10 wird berichtet, dass Ezechiel den Thronwagen und die Herrlichkeit Gottes sieht.

Ezechiel war davon überzeugt, dass nicht Gott am Untergang von Judäa schuld war, sondern dass dieses Exil die Strafe für den Abfall Israels zu anderen Göttern war. In diesem Zusammenhang nun muss man die Jahreslosung stellen und verstehen. Gott straft, aber er vernichtet nicht. Gott spricht klare Worte zu seinem Volk durch die Propheten, weil er sein Volk bei sich haben will, in seiner Nähe. Am liebsten will Gott eine Beziehung, die man als eine Beziehung von „Herz zu Herz“ beschreiben kann. Er liebt es, wenn der Menschen Herz für ihn schlägt.

Vom Herzen ist in der Bibel des Alten und Neuen Testaments insgesamt 850 Mal die Rede. Es kommt also schon aufs Herz an. Im Hebräischen heißt Herz „leb(ab)“ und es bezeichnet dort insgesamt sechs Bedeutungen:

1. Das Organ „Herz“
2.
Gefühl
3.
Wunsch
4.
Vernunft
5.
Willensentschluss
6.
Herz „Gottes“

Von der ersten und sechsten Bedeutung abgesehen wäre es ein lohnendes Unterfangen, sich einmal darüber auszutauschen, welche Bedeutung von „Herz“ in der Jahreslosung wohl gemeint sein mag: Gefühl / Wunsch / Vernunft / Willensentschluss.

Als ich am Altjahresabend in die Buchenberger Dorfkirche kam, hing dort schon die Interpretation der Jahreslosung durch den Jugendkreis. Man sieht zwei Herzen: ein zerrissenes und ein ganzes bzw. geheiltes. Ich nehme an, es ist das geheilte Herz, das Gott will. Auf diesem sind Fingerabdrücke mit den jeweiligen Namen zu sehen. Meiner ist auch drauf. Ich war erst etwas überrascht. Ein zerrissenes Herz? Ich musste so sehr darüber nachdenken, dass ich fast das Ende des Orgelvorspiels verpasste. Wo hat es mir einmal fast das Herz zerrissen? Wo habe ich gemerkt, dass mir etwas ans Herz ging? Über dem allem sind mir ein paar Worte der Heiligen Schrift zum Herzen eingefallen:

1. Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben; aber Übereifer ist Knochenfraß (Eifersucht ist Eiter in den Gebeinen)
     Sprüche 14,30

2. Der Wein erfreut des Menschen Herz. Psalm 104,15

3. Ein fröhliches Herz fördert die Gesundheit. Sprüche 17,22

4. Ein fröhliches Herz macht das Antlitz heiter, doch Herzenskummer schlägt den Lebensmut nieder. Sprüche 15,13

Das Herz steht im Mittelpunkt dieses Jahres. Wir sollten dieses Jahr also zu einem „Jahr des Herzens“ machen, zumal als Jahr der Reformation. Sagte nicht Martin Luther: “Wo dein Herz schlägt, das ist dein Gott?“

Dazu gehört auch das Suchen. Wird die Jahreslosung z.B. in den beiden Katechismen unserer unierten Landeskirche verwendet? Dazu muss man wissen, dass jede Aussage mit mehreren Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament belegt wird. Nur nebenbei: Ich fände es lohnend und spannend, einzelne Themen unseres Glaubens zu besprechen, zu diskutieren, zu vertiefen und dazu die einschlägigen Bibelstellen nachzuschlagen.

Ich habe im Kleinen Katechismus von Martin Luther nachgeschaut. Dort habe ich die Jahreslosung zu der Frage gefunden: „Was glaubst du vom Heiligen Geist?“ (Nr. 45). Antwort: Ich glaube, dass der Heilige Geist, der Geist des Vaters und des Sohnes, uns zu Christus und seiner Gemeinde beruft, uns erleuchtet und heiligt.“ Für Martin Luther ist der zweite Teil des Jahreslosung („neuer Geist“) neben Apostelgeschichte 2,1-12 und Johannes 3,1-5 Belegstelle für die Gabe des Heiligen Geistes. Auch im Heidelberger Katechismus wird auf Hesekiel 36,26 Bezug genommen. Im Kapitel „Von der heiligen Taufe“ lautet die Frage 70: „Was heißt, mit dem Blut und Geist Christi gewaschen zu sein?“ Antwort: „Es heißt, Vergebung der Sünde von Gott aus Gnaden haben um des Blutes Christi willen, das er in seinem Opfer am Kreuz vergossen hat.“ Die Verfasser des Heidelberger Katechismus nehmen die Jahreslosung belegen die Bedeutung der Heiligen Taufe mit der Jahreslosung und 1. Petrus 1,2 / Offenbarung 1,5 / Sacharja 13,1.

Also! Es gibt viel zu entdecken – rund ums Herz in diesem Jahr! 

 

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